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Lilo Külp
Autorin, Schauspielerin, Redakteurin i. R.
Der Sommer mag scheiden...
Das
Stück spielt in der Zeit während und kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Es
schildert eine schicksalhafte Begegnung zwischen einer Deutschen und einem
Franzosen.
„Der Sommer mag scheiden... wieder klang
dieses Lied an mein Ohr, weckte Erinnerungen an längst Vergangenes. Tauchte ein
in diesen glutvollen Sommer von Liebe und Tod. Ich dachte an Frederic und Vreni,
an unseren Gedankenaustausch und an das dumme Gerede der Leute...“
’s Großele
eine dramatisierte Erzählung – Frei nach Bert Brechts „Die unwürdige
Greisin“
In die hochdeutsche Erzählung werden Dialekt- Szenen eingespielt.
„Kaum einer wusste, wie sie wirklich hieß. In der kleinen
badischen Stadt nannte man sie halt „Omi“. So nannten sie vor allem die Kinder,
die in der kleinen Straße wohnten, die quer durch den ganzen Ort
hindurchführte. Ja, die Kinder, die sich gern das magere Taschengeld durch
„Brötli“ und „Gutseli“ aufbesserten, wenn sie der Omi einen Besuch abstatteten
und ein wenig beim Plündern der Obstbäume halfen oder den Holunder von den
Stauden pflückten, aus dem die Omi einen herrlich duftenden Saft zu brauen
verstand...“

Träume, unvergessene Eindrücke,
sensible Wahrnehmungen werden in der Erinnerung der Autorin zu kunstvollen
Texten „gedichtet“. Der Band enthält
u. a. auch Gedichte, die den Opfern der immerwährenden Kriege gewidmet sind. Diese
Texte wurden für ein REQUIÉM geschrieben. Die Autorin sucht einen Komponisten.
hängt
noch über den Bergen,
es
rauscht durchs Geäst der Bäume,
plätschert
im munteren Bächlein
und
übertönt die Seufzer der Nacht.

Lilo Külp, langjährige Redakteurin und Regisseurin beim Hörfunk, hat einen einfühlsamen Gedichtband vorgelegt. "Träume, unvergessene Eindrücke, sensible Wahrnehmungen werden in der Erinnerung der Autorin zu kunstvollen Texten ‚gedichtet‘, die wie bunte Mosaiksteine" zu einem abgerundeten Ganzen zusammengefügt sind.
Der Band ist in vier
Zyklen gegliedert, im Mittelpunkt steht immer das Leben in seinen vielfältigen
Erscheinungsformen:
"Ziegel und Steine",
erster Zyklus, thematisiert die Schatten des Lebens und dessen Vergänglichkeit
und, als Gegenpol, die Suche nach dem Licht. Was hier in Aphorismen und losen
Reimen ausdrucksstark gestaltet wird, sind Stufen einer Entwicklung, deren
einziges Ziel es ist, aus dunklem Schatten ins Licht zu gelangen: Da ist die
Sehnsucht der Nacht nach dem Tag, die Sehnsucht der Dunkelheit nach Licht, die
Sehnsucht der Einsamkeit nach Zweisamkeit und die grenzenlose Sehnsucht der
Vergänglichkeit nach Ewigkeit.
Die Zyklen
"Lebensspuren" und "Jahreszeiten" vollziehen die Wechsel im
menschlichen Leben und in der Natur nach: "Die Ähre. Sie trägt das Korn
bis zur Reife, dann beugt sie sich willig der Mahd", "Mairegen. ...
Der Baum steht unerschüttert, trotzt dem Regen, der die Blüten raubt, bevor sie
sich entfalten. Der Baum vertraut der Kraft, die neues Blühen zeugt",
"Herbst. Vielleicht ist alles Sterben nur Wandlung, eine neue
Geburt?" Nie bleiben Lilo Külps Texte im Vordergründigen stecken,
immer weisen sie gleichnishaft über das Zeitliche hinaus.
"Damals und Heute" gedenkt der Opfer der immerwährenden Kriege aus
dem Blickwinkel der jeweils betroffenen Menschen, die dem Geschehen um sie
herum hilflos ausgeliefert sind. "Die Angst", "Zwischen
Stalingrad und Nirgendwo", "O Gott, lass sterben Bitterkeit und Hass
...", "Zerstörte Seelen", "Golfkrieg: Die junge Frau",
"Irgendwo ist immer Krieg", "Aufstand der Frauen". Ein
Requiem – man möchte diesen Texten einen Komponisten wünschen, der die passende
Musik dazu schreibt.
Aus: 2002/03 Ixlibris
Manchmal denke ich, wir sind wie Spiegel
in denen der Andere immer nur
sich selbst begegnet.
Der Spiegel verrät ihm
„Was wäre ich, wenn ich du wäre?“



Auszug aus www.kulturjoker.de
„...es war wie ein Lächeln
Gottes“
poetische Geschichten zu Illustrationen von Kindern aus den Elendsvierteln der Dritten Welt
„Es war einmal ein
Rotkehlchen, das sang so schön, dass jeder der es hörte, große Freude empfand,
auch wenn er noch so traurig gewesen war. Das Kehlchen saß im Fliederbaum und
sang aus voller Brust. Es dauerte nicht lange, bis aus dem Nachbargarten ein
Weibchen in zarten Tönen antwortete. Sie sangen im Duett, als gelte es in einem
Sängerwettstreit den ersten Preis zu gewinnen. Es war eine Lust, ihnen
zuzuhören. Die Brautwerbung hatte Erfolg und schon bald konnte man das Pärchen
beim Nestbau beobachten. Das war ein emsiges Hin und Her. Als das Nestchen
schon bald fertig war, geschah das Unglück...“

Klaus Prochazka
So weit ihn die Stiefel trugen ...
"Manchmal sind
es die Gegenstände, die eine
Geschichte erzählen, dachte Christina, als ihr Blick an dem Stiefel hängen
blieb, der unter anderen Souvenirs auf dem Bord am Kachelofen stand. Ihre
Gedanken schweiften weit zurück in die Vergangenheit..."
Lilo Külps Geschichten sind tiefsinnig bis humorvoll. Sie regen zum Nachdenken und Staunen an.
Manchmal ist es auch nur ein
Schmunzeln, das sie uns entlocken und
damit eine andere Sicht auf
alltägliche und nicht ganz alltägliche Geschehnisse ermöglichen.
Fotos von Hubert
Külp ergänzen die Texte
in sinnvoller Weise.
In der bildlichen
Darstellung
erschließt sich die Symbolik der Worte.


